Kreuzberg

Der Nattenhauser Kreuzberg

Östlich der Pfarrkirche, wo im Mittelalter eine Burg stand, ragen heute die Stationen des Kreuzbergs empor. Vor allem an einem Frühlingsmorgen lohnt sich ein Besuch. Die herrliche Luft, die grünen Bäume und zwischen den Blättern strahlt die Sonne hervor. Demjenigen, der für die Wunder der Natur etwas übrig hat, der wird hier leicht für einige Augenblicke das Gefühl einer sorgenlosen und perfekten Welt finden.

Doch gleichzeitig sieht man die unübersehbar aus dem Boden ragenden Kreuzwegstationen mit den eingemeißelten Namen gefallener und vermisster Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges. Man wird herausgerissen aus den positiven Gedanken und denkt an Krieg und Tod. Vielleicht erinnert sich manch einer noch an das selber Erlebte in dieser Zeit. Oder die jüngere Generation hat Bilder eines brutalen Kinostreifens vor Augen.

Die Idülle

- Ein Ort der Meditation – Meditation über die Schönheit der Natur und über die Grausamkeit des Krieges.
- Ein Ort an dem Pracht und Grauen eng beieinander liegen.

Die Idee, das markante Grundstück, auf dem bis zum 12. Jahrhundert noch eine Burg gestanden haben soll, als Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten aus dem Krieg zu nutzen, wurde kurz nach dem 1. Weltkrieg geboren. Der damalige Pfarrer und Dekan Josef Holzbaur nahm es in die Hand, das Ganze in die Tat umzusetzen. Er war Organisator und Sponsor zugleich.

Im August 1920 konnten schließlich die Kreuzwegstationen eingeweiht werden. Den Gipfel des Hügels schmückte ein Kreuz. Doch dieses Kreuz sollte an diesem Fleck Erde nicht lange stehen, denn schon im Jahr 1924 war an dieser Stelle die Kapelle errichtet worden. Ein Werk, das bewusst machen soll, wie wertvoll Friede ist, war vollendet.

Heute wird der Kreuzberg von den Mitgliedern des Kreuzbergvereins gepflegt. Es ist schon zur Tradition geworden, dass zweimal im Jahr (am zweiten Mai- und am zweiten Septemberwochenende) ein Festgottesdienst auf dem Kreuzberg stattfindet, den auch Gläubige außerhalb der Grenzen Nattenhausens für sich entdeckt haben.

Lassen wir uns von diesem Spruch an der Kapelle einladen, an diesem Ort dem Alltag zu entfliehen und einmal abzuschalten und machen wir uns immer wieder bewusst, dass Friede nicht selbstverständlich ist und jeder im Kleinen etwas dazu beitragen kann.