Kreuzreliquie

Die Geschichte der Breitenthaler Kreuzreliquie

Zur Zeit der Schweizer Reformation im 16. Jahrhundert nahm das Kloster Roggenburg viele Geistliche auf, die aus den dortigen Klöstern vertrieben wurden.Diese hatten neben anderen Reliquien auch den Kreuzpartikel aus St. Luzi in Chur (Kanton Graubünden) mitgebracht. Der Pfarrkirche zu Breitenthal, bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Sitz eines der 4 Ämter des Klosters Roggenburg, wurde die Reliquie überlassen.Der Kreuzpartikel ist in Silber gefasst und mit Perlen und Steinen besetzt. Eingesetzt in das sog. Ostensorium (Schaugefäß) besitzt die Reliquie großen künstlerischen Wert. Während zahlreiche Wallfahrer im Laufe der Zeit zum hl. Kreuz nach Breitenthal pilgerten, so war es wohl eher der materielle Wert, der eine Räuberbande antrieb, im Jahre 1676 bei Nacht die Kostbarkeit aus der Kirche zu entwenden und in einem Gebüsch bei Nattenhausen zu verstecken. Glücklicherweise konnten die Täter gefasst und der Kreuzpartikel am 29. Mai 1676 in einer feierlichen Prozession wieder an seinen eigentlichen Platz übertragen werden. Bei zahlreichen kirchlichen Festen und liturgischen Handlungen ist die Kreuzreliquie stets präsent, wie z.B. beim Wettersegen zwischen den Festen Kreuzauffindung (3. Mai) und Kreuzerhöhung (14. September). Auch beim Flurumgang am Fest Christi Himmelfahrt betet die Gemeinde unter dem Schutz des hl. Kreuzes um das Gedeien der Feldfrüchte. Nach altem Brauch wird künftig wieder die Kreuzpartikel zwischen den Monaten Mai und September einmal monatlich an einem Sonntag feierlich zum Gottesdienst ausgesetzt, wobei die Gläubigen anschließend den Einzelsegen durch Auflegen der Kreuzreliquie empfangen können.