Bleichen

Aktuelle Informationen zur Renovierung der Unterbleicher Kirche hier.

Die Unterbleicher Pfarrkirche:

Der Deutsche Ritterorden erwarb 1575 vom Kloster Wettenhausen den ort Unterbleichen. Seite den Kreuzzügen sahen die Deutschherren ihre Aufgabe in der Verteidigung des Glaubens und der militärischen Absicherung christlicher Gebiete. Unterbleichen dürfte allerdings innerhalb des Amtsbezirks Elsass und Burgund keine allzu große Bedeutung gehabt haben. Heute erinnert nur noch eine Sandsteinplatte über der Kirchentür mit dem Deutschordens-Wappen an frühere Zeiten. Der vielbeschäftigte Stiftsbaumeister von Edelstetten, Simpert Kraemer plante und baute die klar gegliederte Barockkirche, die 1738 auf den Titel „Mariä Himmelfahrt“ geweiht wurde.

 
 
Erst Ende des 19. Jahrhunderts hielt der Neubarock in die Kirche Einzug, der ihr Aussehen bis heute prägt. Der Krumbacher Maler Josef Stehle malte die Fresken aus dem Leben Mariens, die von Bildern der Evangelisten und der abendländischen Kirchenlehrern begleitet werden. Als zweiten Patron verehrt man in Bleichen den hl. Antonius. Dies ist der Hintergrund für die vier Darstellungen des Heiligen in der Kirche.

 
Wenn man auch sagt, der Prophet gelte im eigenen Land nichts, kann dies von Bleichen nicht behauptet werden. Johann Baptist Dollenbacher, der aus Unterbleichen stammende Landwirt und akademische Maler (1815-1866), hat für seine Heimatkirche eine Reihe von Gemälden geschaffen, die bis heute eine würdigen Platz haben. Das Hochaltarbild mit der Kreuzigung Jesu beeindruckte viele Zeitgenossen, so dass Kopien davon in mehreren Pfarrkirchen der Umgebung zu finden sind, u. a. in Deisenhausen und in der Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael.

 
Auch das Seitenaltarbild mit einer Kopie der Himmelfahrt Mariens von Guido Reni erfreute sich einer besonderen Beliebtheit, so dass es einem in vielen schwäbischen Kirchen bis heute begegnet. Die letzte große und aufwendige Änderung erfuhr das Unterbleicher Gotteshaus wohl während und nach dem 2. Weltkrieg, als nämlich zum Schutz vor der Einschmelzung aufgrund von Rohstoffmangel in der Waffenindustrie die Kirchenglocken demontiert und vergraben wurden. Nach Ende des Krieges wurden diese wieder ausgegraben und mit einer Glockenweihe wieder ihrer Bestimmung übergeben.